In den meisten Betrieben wird bereits mit KI gearbeitet, nur unkontrolliert. Jemand kopiert ein Angebot, eine Kundenadresse oder einen Vertragsentwurf in ein kostenloses Programm im Internet, weil es schnell gehen muss. Das passiert ohne böse Absicht und meistens ohne dass die Geschäftsführung davon weiß.
Zwei Probleme entstehen dadurch.
Erstens: Sie sind verantwortlich, nicht Ihr Mitarbeiter. Für personenbezogene Daten Ihrer Kunden haftet der Betrieb, nicht die Person, die sie eingegeben hat. Bei kostenlosen Konten gibt es keinen Auftragsverarbeitungsvertrag, keine Weisung und keinen Eintrag im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten. Je nach Anbieter und Einstellung können die Eingaben zum Training verwendet werden.
Zweitens, und das übersehen die meisten: Sie können den Schutz Ihrer Betriebsgeheimnisse verlieren. Kalkulationen, Lieferantenkonditionen, Angebotsstrategien und eigene Verfahren sind rechtlich nur dann geschützt, wenn der Betrieb angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen trifft. So steht es im Gesetz zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Wer sein Wissen ungeregelt in fremde Programme gibt, riskiert genau diesen Schutz.
Was eine Unternehmens-KI daran ändert
Ein KI-Programm allein löst das nicht, auch wenn es in Europa läuft. Denn dann tippt Ihr Mitarbeiter die Daten immer noch selbst ein, und niemand weiß, welche.
Die Unternehmens-KI dreht das um. Ihre Unterlagen liegen in einer Datenbank, die Sie kontrollieren, auf Servern in Europa. Wer worauf zugreifen darf, legen Sie fest. Für eine Frage wird nur der Ausschnitt herangezogen, der zur Beantwortung nötig ist, nicht Ihr gesamter Bestand. Und welcher Anbieter die Antwort formuliert, entscheiden nicht Ihre Mitarbeiter spontan, sondern wir gemeinsam vorher, vertraglich abgesichert im Auftragsverarbeitungsvertrag.
Aus einem unkontrollierten Zustand wird damit ein geregelter. Das ist der eigentliche Unterschied.
Dazu passt die zweite Seite derselben Aufgabe: Seit Februar 2025 verlangt die KI-Verordnung, dass Ihr Team weiß, womit es arbeitet. Wer seine Leute schult, hat damit gleichzeitig eine Maßnahme im Sinne des Geheimnisschutzes. Wie das abläuft, steht auf der Seite zu den Schulungen.